Meine Vogelzucht
  Erlenzeisig
 

 


Merkmale:
gelblichgrünes Gefieder mit dunklen Streifen an Rücken und Flanken; viel Gelb in der Flügelbinde und auf den Schwanzkanten; beim Männchen Kehllatz und Scheitel schwarz; Weibchen und Jungvögel mehr graugrün und kräftiger gestreift.


Zugverhalten Erlenzeisig
Bestand in der Schweiz (Paare): 5000-10'000 Rote Liste 2001:
nicht gefährdet
Zugverhalten:
Invasionsvogel
 
Grösse (cm):
12
Gewicht (g):
10-14
Gelegegrösse:
3-5
 
Brutort:
Bäume
Brutdauer (Tage):
13
Nestlingsdauer (Tage):
15
 
Nahrung:
Samen
Vogelgruppe:
Singvögel Finken
Lebensraum:
Nadelwald, Siedlungen

Beschreibung

Der Erlenzeisig ist kleiner als ein Haussperling (Passer domesticus). Er erreicht eine Körperlänge von etwa 12 Zentimeter, eine Flügelspannweite von 20 bis 23 Zentimeter und ein Gewicht von etwa 12 bis 18 Gramm. Die Grundfarbe ähnelt dem Girlitz (Serinus serinus), aber längerer Kegelschnabel. Das Männchen weist eine schwarze Kopfplatte auf und besitzt einen kleinen schwarzen Kinnfleck. Der Rücken ist olivgrün und ist mit dunklen Streifen versehen. Der Bürzel und die Schwanzseiten in der Basalhälfte sind gelblich gefärbt. Die Schwanzmitte und die Schwanzspitze weisen eine schwarze Farbe auf, ebenso die Flügel, jedoch zeichnen sich zwei gelbliche Querbänder und gelbliche Außensäume der Handschwingen ab. Der Hals und die Brust sind wiederum gelblich gefärbt. Der Bauch ist weißlich und die Flanken sind mit kräftigen dunklen Längsstrichen versehen. Das Weibchen ist oberseits olivgrünlich und weist keine schwarze Kopfplatte auf. Der Kopf ist heller und grauer als bei dem Männchen. Die Augen zeigen eine schwarze Iris. Der Bürzel und der Schwanz sowie die Flügelzeichnung sind ähnlich wie bei dem Männchen gefärbt. Die Unterseite ist überwiegend weißlich, kräftiger und ausgedehnter längsgestreift als bei dem Männchen. Die Extremitäten sind im allgemeinen dunkelgrau bis bräunlich geschönt und enden in vier Zehen, von denen eine Zehe nach hinten zeigt und drei Zehen nach vorn. Die Jungvögel sind dagegen bräunlich und gestreift und sehen wie graueres, ausgewaschenes Weibchenkleid aus.

Im Flug sind auf dem schwarzen Flügel das breite gelbe Band und der gelbe Bürzel besonders deutlich zu sehen. Der Flug ist zielgerichtet, wird in Wellenlinien vollzogen, oft in dicht aufgeschlossenen, gut koordinierten Schwärmen. Besonders im Winter vermischen sich die dichten und gut koordinierten fliegenden Schwärme auch mit Birkenzeisigen (Carduelis flammea). Im Frühjahr sondern sich die Männchen oft ab, um einzeln auf Baumwipfeln oder im schmetterlingsarten Singflug ihren Gesang vorzutragen. Der Gesang wird schnell und hastig vorgetragen und erinnert etwas an einen Stieglitz (Carduelis carduelis), wobei allerdings die typischen Rufe eingeflochten werden.
Erlenzeisig - Russia, Moscow
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Erlenzeisig - Russia, Moscow
Gegen Ende klingt der Gesang nasal und gedehnt, fast wie in Atemnot klingende Laute. Ebenso ist der Ruf bezeichnend für die Art, der nasal und etwas weinerlich wie ein "dsäi", auch einsilbig wie "tsi" klingt. Im Flug kurze "tet", auch gereiht als "tetetet". Der Erlenzeisig erreicht unter günstigen Umständen in der Natur ein Alter von etwa zwei bis drei Jahren.

Verbreitung

Der Erlenzeisig brütet von Nordeuropa, Westeuropa, Osteuropa bis Zentralasien und fehlt in weiten Teilen Spaniens und des westlichen Frankreichs sowie in Griechenland. Er hält sich aber in Grossbritannien und in Irland in Nadelwäldern auf. Im Süden fast nur auf Hochgebirge beschränkt, wie zum Beispiel in den Pyrenäen, in den Apenninen, in Kleinasien, im Kaukausus und im Nordiran, vor allem im Mittelgebirge und Hochgebirge. Das ganze Jahr über ist der Erlenzeisig anwesend, im Tiefland außerhalb der Bergwälder meist nur als Wintergast. Zahl und Häufigkeit auch im Brutgebiet von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlich. Der Erlenzeisig brütet in Nadelwäldern und Mischwäldern, besonders auch im Bergland, im Winterhalbjahr vor allem an Birken, Lärchen, Fichten und Erlen entlang von Flüssen, auch in Parkanlagen und Gärten an Futterstellen.

 

Ernährung
 

Der Erlenzeisig ernährt sich vorwiegend von Samen, die er in den Erlen, den Birken, den Kiefern, den Fichten, den Lärchen, den Ulmen oder anderen Bäumen findet, aber auch Samen von Distel und vom Löwenzahn gehören zu seinem Nahrungsspektrum. Bei der Nahrungsaufnahme ist der Erlenzeisig manchmal ein Akrobat, indem er seinen Kopf nach unten richtet, um an einige Samen heranzukommen, die sich am Ende eines Zweiges befinden. Zur Brutzeit nimmt er auch kleine Insekten zu sich, vor allem werden die Jugendlichen mit Insekten gefüttert. Im Frühjahr kommen auch Erlenzeisige in den Garten, wenn die natürlichen Nahrungsquellen langsam versiegen. Sie lieben vor allem fetthaltige Samen.

Wie der Stieglitz (Carduelis carduelis) besitzt der Erlenzeisig einen besonders langen und schmalen Finkenschnabel. Er ist vor allem dazu geeigent, die Samen von Korbblütlern, wie zum Beispiel Disteln herauszuholen, aber auch für die Samen zwischen den kleinen Schuppen der Erlenzäpfchen oder der Zapfen von Nadelbäumen. Wie den Stieglitz (Carduelis carduelis) sieht man im Spätsommer auch den Erlenzeisig zum Beispiel auf hohen Distelstauden bei der Nahrungssuche, doch sein eigentlicher Stammplatz im Winter ist die Erle. Im einzelnen ist der Jahreslauf in der Ernährung sehr vielseitig. Im Brutgebiet sind vom Winterausgang bis Frühsommer vor allem Fichtensamen die wichtigste Nahrung. Auch bei dem Erlenzeisig sind daher Bestandsschwankungen in Abhängigkeit von der Produktion an Fichtensamen zu beobachten.
 

Fortpflanzung

Die Paarungszeit und die Brutsaison beginnen in den Monaten von Mai bis Juli. Während dieser Zeit kann es zu ein oder zwei Jahresbruten kommen. In der Paarungszeit verfolgt das Männchen das Weibchen mit aufgestellten halboffenen Flügeln und gesträubten Federn bis es zur Paarung kommt. Das winzige Nest wird im allgemeinen sehr hoch vorzugsweise auf Fichten am Ende eines Zweiges errichtet. Das Männchen und das Weibchen flechten ein schüsselförmiges kleines Nest aus Zweigen, Trockengräsern, Wurzeln, Moos und Flechten. Die Nestmulde wird mit Wurzelfasern, Haaren, Federn und mit etwas Moos ausgepolstert. Der Legebeginn ist allerdings sehr unterschiedlich, mitunter schon im Spätwinter. Das Weibchen legt vier bis sechs helle Eier, die feine violette oder rötliche Punkte und Tupfen aufweisen. Das Weibchen wärmt die Eier 12 bis 14 Tage lang allein. Nach dem Schlupf der Küken werden sie von dem Männchen und dem Weibchen ungefähr 13 bis 15 Tage mit reichlich Nahrung in Form von kleinen Insekten im Nest versorgt und führen sie noch nach dem Ausfliegen eine zeitlang. Die Jungvögel sind bräunlich gestreift und sehen wie graueres, ausgewaschenes Weibchenkleid aus. Der Bestand ist gesichert und der Erlenzeisig wird in der Roten Liste der IUCN als least concern (nicht gefährdet) geführt.
 

 
   
 
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